keine angst vor der narkose

Dr. med. Hendrik Schneider, Oberarzt für Anästhesie am GZF

 

Eine der grössten Sorgen eines Patienten vor einer Operation ist die Angst, während einer Vollnarkose plötzlich zu erwachen – obwohl dies tatsächlich nur äusserst selten vorkommt und auch schnell unter Kontrolle gebracht werden kann.


Seit ihren Anfängen beschäftigt sich die Anästhesie mit der Ausschaltung von Schmerz und Bewusstsein, wobei die technischen und medikamentösen Weiterentwicklungen der letzten 50 Jahre beeindruckend sind. Gerade mit der Einführung der Hirnstrommessung zur zusätzlichen Beurteilung der Narkosetiefe konnte das Risiko eines unbeabsichtigten Erwachens nochmals deutlich gesenkt werden.

 

Trotz diesen Weiterentwicklungen ist es aber auch heute nicht vollständig auszuschliessen, dass es während einer Operation zu einem Wachheits-Erlebnis kommt. Kinder, Menschen mit einer Drogenabhängigkeit, Schwerstverletzte oder sehr alte und kranke Menschen haben dabei ein etwas höheres Risiko, da bei ihnen der Bedarf an Narkosemittel schwerer abzuschätzen ist. Auch bestimmte Operationen können mit einem erhöhten Risiko einhergehen. So muss das Anästhesieteam beispielsweise bei einem Kaiserschnitt in Vollnarkose den Spagat realisieren zwischen dem Anspruch der Mutter (tiefe Narkose) und dem des Kindes (keine Narkose).

 

Aus diesem Grund wird bei bestimmten Patienten oder Operationen gerne zu einer Teil-Betäubung geraten. Dies kann als gezielte Nerven-Blockade (beispielsweise von Arm oder Bein) oder als komplette Blockade der unteren Körperhälfte erfolgen (zum Beispiel die Epiduralanästhesie während einer Geburt).

Die passende Narkoseform hängt immer vom Patienten und vom nötigen Eingriff ab und wird stets individuell auf ihn abgestimmt und ausführlich besprochen. Während dieses Gesprächs können Sorgen angesprochen und Unsicherheiten gezielt abgebaut werden.