zickenkrieg auf der wiwa-bühne

Hier hat jeder etwas zu verbergen, von links Suzan (Monika Schnetzler), Mamy (Gaby Lampert), Augustine (Petra Sonder), Catherine (Lana Essig), Gaby (Barbara Weber) und Madame Chanel (Romy Deiss).

Augustine (Petra Sonder) geht es nicht gut, Mamy (Gaby Lampert) kümmer sich um sie.



«Acht Frauen» heisst das neue Stück in der Kultschüür. Wie der Name schon andeutet, agieren hier nur Schauspielerinnen. Am 17. März ist Premiere.

 

Stücke mit reiner Frauenbesetzung haben im Verein Theater Wiwa, 2003 gegründet und seit 2014 Hausherr in der Kultschüür, schon eine gewisse Tradition: Es ist das fünfte Mal, dass sie auf dem Programm stehen. Und auch Krimis sind in der Laufenburger Spielstätte in der Altstadt beliebt. Bei «Acht Frauen» kommt nun beides zusammen: Ist das 1961 mit grandiosem Erfolg in Paris uraufgeführte und 2002 von François Ozon in Starbesetzung verfilmte Stück doch ein Kriminalstück erster Güte.

 

Die Handlung

Die Handlung: Ein verschneiter Morgen in einem Vorort von Paris: Suzon, die in England studiert, kehrt über Weihnachten nach Hause zurück. Ihre Mutter Gaby hat sie vom Bahnhof abgeholt und führt sie ins abgelegene Haus. Dort wird sie von ihrer Grossmutter Mamy, ihrer jüngeren Schwester Catherine, von der Köchin Madame Chanel sowie von ihrer Tante Augustine und dem neuen Hausmädchen Louise empfangen. Nur Suzons Vater Marcel lässt sich nicht blicken. Als Louise ihm sein Frühstück aufs Zimmer bringen will, entfährt ihr ein gellender Schrei, denn Marcel liegt tot in seinem Bett mit einem Messer im Rücken. Der Versuch, die Polizei zu rufen, scheitert, weil das Telefonkabel durchtrennt wurde. Auch das Auto springt nicht an. Überraschend trifft Pierrette, die Schwester des Opfers, ein. Für die acht Frauen wird klar – eine von ihnen muss die Mörderin sein.

 

Nähe zum Publikum

Bei der Laufenburger Version von «Acht Frauen», von Regisseur Martin Willi ins Schweizerdeutsch übersetzt, stehen Christina Dapp-Zapf, Romy Deiss, Lara Essig, Gaby Lampert, Kelly Schnetzler, Monika Schnetzler, Petra Sonder, Barbara Weber auf der Bühne. Fünf der acht Darstellerinnen sind dem Theater Wiwa schon seit vielen Jahren verbunden. Drei, Romy Deiss, Gaby Lampert und Barbara Weber, stiessen neu hinzu. Sie meldeten sich auf den Aufruf, den Willi im Herbst 2016 in Fricktaler Medien lancierte: Mutige Frauen für Theaterproduktion gesucht. Doch auch die drei Neuen bringen schon viel Bühnen-Erfahrung mit. Gaby Lampert, vor zweieinhalb Jahren nach Frick gezogen, wirkte seit 1983 bei Produktionen in Zumikon bei Zürich mit. Romy Deiss und Barbara Weber wissen sich gekonnt in Szene zu setzen, weil sie das Handwerk beim Samariterverein-Dorftheater in Herznach erlernten. «Aber dort standen eigentlich immer Komödien auf dem Programm», erzählt Romy Deiss. Und noch einen Unterschied gibt es: «Die Nähe zum Publikum, die ist hier in Laufenburg besonders gross.»

 

Zurück in die 50er

Tatsächlich ist die Inszenierung des Stücks für Willi und Regieassistentin Regina Erhard eine echte Herausforderung, vor allem für den Bühnenbau (Steffen Erhardt und Fabian Willi). Spielen die Frauen doch nicht nur auf eine Ebene, sondern auf zweien. Auch Requisiten, Maske und Kostüme (Renate Lakatos und Doris Krebs) sind besonders gefordert, gilt es doch, das 1955 handelnde Stück optisch authentisch zu inszenieren.  

 

Doch während die Laufenburger Darstellerinnen im Spiel einen echten Zickenkrieg abliefern, haben sich über das neue Laufenburger Theaterprojekt unter ihnen wahre Freundschaften gebildet. Auch die Neuen haben sich im Team gleich willkommen und gut integriert gefühlt. Regisseur Martin Willi: «Auch ich habe die bisher 25 Proben als äusserst harmonisch erlebt. Jetzt kann die Premiere kommen. Das Ensemble brennt darauf.»

 

Aufführungen in der Kultschüür Laufenburg im März und April: www.kultschüür.ch