geld alleine macht nicht glücklich, aber...

Eva Schütz, Stellenleiterin und Sozialarbeiterin Pro Senectute Aargau,

Beratungsstelle Bezirk Laufenburg, www.ag.prosenectute.ch

 

Das Sozialversicherungssystem der Schweiz ist relativ gut ausgebaut, aber man muss seine Ansprüche kennen und sie geltend machen.


In unserem Beratungsalltag treffen wir immer wieder auf Menschen, welche seit langem Sozialversicherungsansprüche hätten, diese aber nicht geltend gemacht haben, sei es aus Unwissen, falscher Scham oder weil ungenaue Informationen kursieren. Ich werde deshalb in loser Folge die Sozialversicherungen und weitere finanzielle Vergünstigungen vorstellen, die speziell für Pensionierte geschaffen wurden.

 

Dank der gut ausgebauten Altersvorsorge in der Schweiz ist Altersarmut kaum mehr ein Thema, aber es gibt sie immer noch.  Wer während des Berufslebens weniger als Fr. 10‘000.- an Rücklagen bilden konnte, ist kaum gewappnet für  Situationen, die ausserordentliche Auslagen mit sich bringen. Und ausserordentliche Auslagen können alle treffen, das Risiko nimmt jedoch mit dem Alter zu, denken wir nur an die Notwendigkeit, sich ein Hörgerät anschaffen zu müssen oder auf Unterstützung im Haushalt angewiesen zu sein. Bei der Altersgruppe der über 60-Jährigen sind die Vermögen ungleicher verteilt als in anderen Altersgruppen. Dies hat unter anderem mit der Möglichkeit zu tun, bis ins Alter sparen zu können oder Beiträge aus einer Erbschaft zu erhalten. So erben viele Personen erst kurz vor oder erst nach der Pensionierung oder eben gar nicht. Grosse Unterschiede gibt es auch bezüglich der Einkommen. Die reichsten 20 Prozent der Rentnerhaushalte verfügen über ein Durchschnittseinkommen von Fr. 9‘300.-, die ärmsten 20 Prozent demgegenüber lediglich über Fr.  2‘300.-. Rund 12 Prozent der AHV-Bezügerinnen sind auf Ergänzungsleistungen angewiesen.

 

Vor allem Frauen sind betroffen

Das Einkommen hängt wesentlich von der Erwerbsbiografie ab. Vor allem Frauen sind betroffen, welche Betreuungsarbeit geleistet haben. Aber auch Migration, eine chronische Erkrankung, ein schwerer Unfall in jungen Jahren oder eine Scheidung gelten als Risikofaktoren. Diese Zahlen stammen aus dem Jahr 2012, grosse Veränderungen dürfte es bis heute jedoch nicht gegeben haben. Jedoch nicht nur für Menschen mit einem geringen Einkommen und Vermögen wurden Sozialversicherungen geschaffen, sondern auch für gewisse Hilfsmittel oder wenn jemand auf Unterstützung in der persönlichen Versorgung angewiesen ist. In den nächsten Ausgaben von dorfaktuell werde ich spezifisch auf die einzelnen Sozialversicherungszweige eingehen.