reise in die kindheit

Sisseln Lesung Elsbeth Bächle (rechts) las auf Einladung von Sabine Schmelzer, Präsidentin von Inkusi.

Zur Lesung von Elsbeth Bächle in den Räumen der Elfe kamen rund 20 Zuhörer.



Ungewöhnliche Klänge in den Räumen des Familienzentrums Elfe – eine Lesung in Berner Mundart. Rund 20 hörten Elsbeth Bächle zu.

 

«Sydefyni u angeri Söiligschichte» heisst der Titel des Buches, das bereits im Oktober 2015 erschienen ist, aus dem die Autorin aber zum ersten Mal in Sisseln vorlas. Zuvor war sie damit schon im Bernbiet und anderen Gemeinden im Fricktal unterwegs. In Sisseln aber, wo die 51-Jährige seit rund acht Jahren wohnt und heimisch ist, war es eine Premiere. Ihr Buch, das sie im Selbstverlag herausgebracht hat und bei Binkert Buag in Laufenburg gedruckt wurde, ist 75 Seiten stark und versammelt Geschichten und Anekdoten einer Kindheit und Jugend zwischen den Jahren 1965 und 1980. Das Buch in der Berner Mundart aufzuschreiben, in der Elsbeth Bächle seinerzeit gesprochen hat, erwies sich dabei als kaum praktikabel. So musste die Autorin zwecks besserer Lesbarkeit auch Kompromisse eingehen.

 

Erinnerungen an die alte Schweiz

Dennoch hat sie darin viel von den Eigenheiten eines Dialekts bewahren können, der mit «Sydefyni u angeri Söiligschichte» auch vor dem Verschwinden bewahrt werden soll. Es sind Erinnerungen an das Dorf Vorderfultigen (heute Rüeggisberg), rund 30 Kilometer südlich von Bern. Es sind Alltagsgeschichten, Anekdoten aus einer Zeit, in der die Schweiz noch anders war. Auch bei der Lesung in den Räumen der Elfe vor rund 20 Zuhörern kam das zum Ausdruck. Es war eine Zeit, in der noch nicht jeder ein Telefon oder ein Auto besass und in der aus der Stadt stammende Feriengäste noch echte Exoten im Dörfli waren.

 

Heilung mit Ferkel

Mit Erinnerungen an eine Kinderkrankheit samt wundersamer Heilung oder Originalen wie den Mäusefänger wusste die Autorin auch das Sissler Publikum zu fesseln – obwohl so manche Berner Ausdrücke nicht gleich auf Anhieb verstanden wurden, sondern erst auf Nachfrage. Dabei war die Lesung nicht für die Sissler Einheimischen eine sprachliche Herausforderung, sondern noch mehr für die Zuzüger aus Deutschland und anderen Ländern, die auf Einladung von Inkusi, dem Verein Interkulturell Sisseln, in die Elfe gekommen waren.