steuerliche abzugsmöglichkeiten 2017

Giuliana Celi, stellvertretende Leiterin Steuern, Aargauische Kantonalbank.


Nach den neusten gesetzlichen Bestimmungen entfällt bei steuerlichen Abzugsmöglichkeiten die Abgrenzung zwischen Aus- und Weiterbildungskosten. Doch einige Punkte sind zu beachten.

 

Weiterbildungskosten konnten bisher unbegrenzt in Abzug gebracht werden, sofern sie zur Erhaltung, Sicherung und Vertiefung der Kenntnisse im ausgeübten Beruf dienten. Umschulungskosten, welche beispielsweise infolge Krankheit oder Unfall oder aufgrund von wirtschaftlichen Veränderungen notwendig wurden, um das Erwerbseinkommen erhalten zu können, waren ebenfalls abzugsfähig. Ausbildungskosten dagegen konnten bisher steuerlich nicht in Abzug gebracht werden.

 

Maximalbetrag von 12000 Franken

Die Abgrenzung zwischen Aus- und Weiterbildungskosten entfällt. Die Kosten für die Ausbildung bis zum ersten Abschluss auf der Sekundarstufe II (Berufsfachschule, Gymnasium, Fachmittelschule) sind zwar auch weiterhin steuerlich nicht abzugsfähig. Dafür können neu sämtliche Kosten der berufsorientierten Aus- und Weiterbildung in Abzug gebracht werden, falls sie jährlich den Maximalbetrag in der Höhe von 12000 Franken nicht übersteigen. Bei Ehegatten, die rechtlich und tatsächlich in ungetrennter Ehe leben, sowie bei eingetragenen Partnerschaften von gleichgeschlechtlichen Paaren steht dieser Betrag jedem Ehegatten bzw. Partner/Partnerin einzeln zu. Dieser Maximalabzug scheint sehr grosszügig zu sein. In Einzelfällen kann dieser Betrag aber schnell überschritten werden, besonders dann, wenn auch noch Kosten für zusätzliche auswärtige Verpflegung, für die An- und Rückreise sowie für Übernachtungen im Zusammenhang mit der Aus- oder Weiterbildung anfallen.

 

Umschulungen und Berufsaufstieg

Personen, welche das 20. Altersjahr noch nicht erreicht haben, wird nur dann ein Abzug gewährt, wenn ein Abschluss auf der Sekundarstufe II vorliegt. Sind die Voraussetzungen erfüllt, können auch Kosten für freiwillige berufliche Umschulungen oder für einen Berufsaufstieg, sogar unabhängig vom gegenwärtigen Beruf, abgezogen werden. Auch ist es nicht mehr notwendig, dass die betroffenen Personen im Jahr der Fortbildung ein Erwerbseinkommen erzielen. Bildungslehrgänge, die der Liebhaberei oder der Selbstfindung dienen, sind allerdings auch weiterhin nicht abzugsfähig, da sie nicht berufsorientiert sind, z. B. Sprachkurse ohne minimalen Zusammenhang mit der Arbeit oder Salsa-Tanzstunden eines Sozialarbeiters, die nicht zur Tätigkeit als Tanzlehrer befähigen.

 

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