Serenata italiana uncia

Mit einer einmaligen «Serenata italiana» überrascht der Männerchor Frick die Bevölkerung am 19./20. Mai; wer Plätze ergattern will, muss sich sputen.

Der 40-köpfige Männerchor Frick ist nicht nur einer der grössten aargauischen Männerchöre und der älteste des Fricktals (gegründet 1828), sondern er gehört mit seinem «Sehr gut» am vergangenen «Eidgenössischen» in Meiringen gesanglich zu den Spitzenchören. Das hat viel mit seinem Dirigenten und Chorleiter Dario Viri aus Rom zu tun, welcher die gesangsfreudigen Fricker im Laufe von zehn Jahren «in eine höhere Liga getrimmt» hat, wie sich Vereinspräsident Markus Hiltbrunner ausdrückt. Der Chor hat das Dirigenten-Jubiläum zum Anlass genommen, zu Ehren des Schaffens von Viri eine «Serenata italiana» auf die Beine zu stellen, die es in sich hat, wie Hiltbrunner nachfolgend ausführt.

 

«dorfaktuell»: Wer ist dieser Dirigent, der so besonders geehrt wird?

Markus Hiltbrunner: Dario Viri ist ein Vollblutmusiker aus Italien mit Solisten-, Gesangs- und Dirigenten-Diplomen, ein Ensembles- und Orchestergründer, der unter anderem im Aargauer Symphonie-Orchester, Kammerorchester Basel, in der Tonhalle und im Opernhaus Zürich mitwirkt. Was ihn auszeichnet, ist seine unbändige Musizierfreude, die uns Männerchormitglieder zu Höchstleistungen anspornt.

 

Werden italienische Lieder zu hören sein?

An der Serenata tragen wir alle Lieder in italienischer Sprache vor, für manchen Sänger übrigens recht ungewohnt. Das reicht von Klassikern wie La Montanara und Vieni sulla barchetta bis zu zeitgerechter Musikliteratur – von Adriano Celantano bis Zucchero – und verspricht fröhlichen, melancholischen und temperamentvollen Gesang..

Wir treten natürlich stilecht auf: Im Tenü tricolore, grün-weiss-rot und mit bunter Krawatte von Susi Kramer.

 

Gibt es am 19./20. Mai weitere musikalische Mitwirkende?

Ja, an beiden Tagen. Der Primarschulchor Singing Foxes wird auftreten, und zum ungezwungenen Ausklang tragen Paolos Fricktal Krainer bei.

Und wie sieht das Rahmenprogramm aus?

Das passt sich harmonisch ins musikalische Programm ein: Am Freitag laden auf der Piazza Marktstände mit italienischen Köstlichkeiten – Antipaste, Pastagerichte und Dolce – zum Naschen ein, am Samstag gibt’s auf Anmeldung in der Turnhalle 1958 ein äusserst preiswertes 4-Gang-Menü inklusive Aperitif, Mineralwasser und Kaffee. Wer noch Plätze ergattern will, sollte sich schnell entscheiden, der Vorverkauf ist bereits angelaufen.

Moderator ist übrigens Guido Rüegge, der Leiter der Musikredaktion SRF Musikwelle, der Fricker Wurzeln hat. Das Engagement kam aufgrund einer Einspielung einer CD zustande, an der wir ein rundes Jahr lang probten und die im reformierten Kirchgemeindesaal aufgenommen wurde. Die Aufnahme unter Leitung Viris und eines Tonmeisters ist radiokonform; das heisst, unsere aufgenommenen Stücke werden sehr oft am Radio-Wunschkonzert und an Visiten gespielt, mit entsprechendem Hinweis auf unseren Chor. Dafür sind wir Rüegge dankbar.

 

Wie finanzieren Sie solche Engagements, wie CD-Aufnahmen oder jene erfolgreiche Sonntagsmatinee mit Filmbegleitung im Kino Fricks Monti?

Wir haben das Glück, eine grosse Schar Passivmitglieder, Gönner und Sponsoren hinter uns zu wissen, wie Raiffeisen Regio Frick, Huber Schreinerei, Studer Kunststein/Naturstein/Beton und Optik Sehkultur.

 

Eine solche Serata ist eher aussergewöhnlich. Was treibt Sie zu solchen aussergewöhnlichen Projekten?

Unsere Absicht ist das verstaubte Image eines Altherrenklubs abzustreifen. Denn es trifft einfach nicht zu. Wir singen aktuelles Liedergut. Es erhält uns jung. Singen, das weiss man, befreit, regt den Geist an und ist gesund. Und jeder freut sich auf die wöchentlichen Probebesuche am Donnerstagabend.

 

Sie stellen eine beneidenswert grosse Sängerschar, jede Registerstimme ist gut besetzt. Warum gerade Frick?

Wir kämpfen wie andere Vereine auch gegen Mitgliederschwund und Überalterung an. Indem wir neue, ungewohnte Wege der Mitgliederwerbung beschreiten, stellen sich jedoch immer wieder Erfolge ein. Eine erfolgreiche, aber äusserst aufwendige Massnahme ist unser Angebot einer kostenlosen Chorschule: Ohne Zwang eines Vereinsbeitritts kann jedermann unseren Probestunden beiwohnen. Stellen Sie sich vor: Unter professionellen Leitung von Viri können Sie ausprobieren, was Ihnen eine Beteiligung am Chorgesang bringt, wie sich das anfühlt. Singen Können ist nicht einmal Voraussetzung. Etwas bringt jeder mit, und das ist seine eigene Stimme. Sie ist sein Instrument, das im grossen Chor seinen bestimmten Platz findet.                Dominik Senn

 

Infos unter: www.maennerchor-frick.ch

Vorverkauf: marcel.freiermuth@bluewin.ch, 062 871 50 53