Was hat Einkaufen mit dem Tierwohl zu tun?

Tagtäglich kaufen wir Dinge ein, die wir benötigen. Oft ist es auf den ersten Blick nicht ersichtlich, wie wir damit das Tierwohl beeinflussen.

Ich trage keinen Pelz, werden Sie denken, darum geht mich das nichts an. Und wenn es nur um Pelze geht, ja, dann gebe ich Ihnen bis zu einem gewissen Grade Recht. Aber viele andere «Güter des täglichen Bedarfs» sind direkt oder indirekt mit Tieren und damit mit dem Tierwohl verbunden. Bei vielen exotischen Lebensmitteln, seien es Früchte oder auch tierische Produkte, zum Beispiel Fisch, sind wir bereits etwas sensibilisiert und kaufen meistens nur zertifizierte, die Umwelt schonende, gerecht produzierte aus Fairtrade oder Bioprodukte ein. Wir orientieren uns an unseren Wunschvorstellungen, wie etwas produziert werden sollte, und sind somit der Meinung und der Hoffnung, dass wir mit dem Kauf solcher Produkte der Natur etwas zurückgeben. Und erfreulicherweise hat  in manchen Fällen dieses Kaufverhalten einen nicht unwesentlichen positiven Effekt auf das Angebot zur Folge. Einige kritische Angebote sind dadurch sogar ganz vom Markt verschwunden! Bei einheimischen, gewohnten Produkten zeigt sich aber eine gewisse Inkonsequenz, ja wir scheinen da auf einem Auge blind zu sein.

Billiges Fleisch, billige Milch, billige Eier
Grundsätzlich ist es nachvollziehbar und sinnvoll, dass auch die täglichen Güter preisbewusst eingekauft werden. Wenn aber die tiefen Preise dadurch zustande kommen, weil massive Belastungen der Tiere in der Produktion und Haltung einfach in Kauf genommen werden, dann ist der Bezug zum Tierwohl sehr wohl wieder gegeben. Aufwendige Tierhaltung (so wie es in der schweizerischen Tierschutzgesetzgebung vorgeschrieben ist)  provoziert teurere Produktionskosten (denken Sie nur an unsere gesetzlich festgelegte Lohnstruktur)  und somit höhere Verkaufspreise – nun überlegen Sie einmal den umgekehrten Weg!

Abstimmen mit den Füssen! Sie kennen diesen Slogan und wenn Ihr nächster Einkauf vor der Tür steht, bedenken Sie bei der Planung: Mit der kritischen Auswahl der Produkte, vor allem solcher «ennet dem Rhein», haben Sie eine gute Gelegenheit dem Tierwohl gerecht zu werden.