Der Einfluss des Güterrechts auf das Erbrecht

Für uns unvorstellbar, ja sogar eine Zumutung! Oft machen wir uns aber keine Gedanken, dass wir mit unserem Verhalten den «Esstisch» unserer Tiere verschmutzen.

Eigengut: Vermögenswerte bei Abschluss der Ehe, sowie Erbschaften während der Ehe.

Errungenschaft: Erwerb während der Ehe (Verdienst), sowie Zinsen auf Eigengut.

Sowohl bei Scheidung wie beim Tod erfolgt die güterrechtliche Auseinandersetzung nach den gleichen Regeln: Jeder Ehegatte nimmt sein Eigengut zurück (rsp. fällt im Todesfall in die Erbmasse), während die Errungenschaft beider Ehegatten geteilt wird, (d.h. im Todesfalle fällt die Hälfte in die Erbmasse.)

Ein Beispiel: Der Ehemann hat bei Eheabschluss Eigengut von CHF 50‘000 und erhält während der Ehe eine Erbschaft von CHF 120‘000. Die Ehefrau hat bei Eheabschluss Eigengut von CHF 60‘000 und erhält eine Erbschaft von CHF 160‘000. Beim Tode des Ehemannes beläuft sich das gesamte eheliche Vermögen auf CHF 800‘000 (darin enthalten eine Eigentumswohnung).

Eigengut Ehemann: 50‘000 + 120‘000 = 170‘000

Eigengut Ehefrau: 60‘000 + 160‘000 = 220‘000

 

eheliches Vermögen – Eigengut Ehemann – Eigengut Ehefrau = Errungenschaft
CHF 800‘000 – CHF 170‘000 – CHF 220‘000 = CHF 410‘000 = je die Hälfte CHF 205‘000

Eigengut + die Hälfte der Errungenschaft = Nachlassvermögen verstorbener Ehemann
CHF 170‘000 + CHF 205‘000 = CHF 375‘000
Gemäss Gesetz erben Ehegatten und Nachkommen je die Hälfte, also je CHF 187‘500.

Begünstigungsmöglichkeit
Gegenüber gemeinsamen Nachkommen kann durch Ehevertrag die ganze Errungenschaft dem überlebenden Ehegatten zugewendet werden. In unserem Fall werden also den Nachkommen CHF 205‘000 entzogen. Der Nachlass reduziert sich auf das Eigengut von CHF 170‘000 und der Anspruch der Nachkommen auf CHF 85‘000 (statt CHF 187‘500). Je nach der familiären Situation drängen sich auch andere Möglichkeiten durch Ehevertrag auf.