Inflation im Anmarsch?

Seit Mitte 2016 zieht die Teuerung, vorab in den industrialisierten Nationen, spürbar an, in der Schweiz liegt die Inflationsrate mit +0,6% im Februar 2017 gegenüber dem Vorjahresmonat wieder im positiven Bereich. Müssen wir uns auf einen Teuerungsschub vorbereiten?

In den vergangenen beiden Jahren war die Preisentwicklung in der Schweiz durch einen kontinuierlichen Rückgang geprägt. Haupttreiber dafür war die Aufhebung der Untergrenze des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro zu Beginn des Jahres 2015. Die damit verbundene massive Aufwertung des Frankens verringerte die Importpreise phasenweise mit zweistelligen Prozentwerten. Dies wiederum beeinflusste ebenso die Konsumentenpreise. Verstärkt wurde dieser Effekt zudem durch den massiven Zerfall der Energie- respektive Ölpreise von Mitte 2014 bis Ende 2015, der dafür sorgte, dass die Preise in energieintensiveren Kategorien entsprechend gesunken sind.

Höhere Energiepreise
Im vergangenen Jahr vermochten sich nun die Energiepreise von ihren zuvor erreichten Tiefstständen wieder zu erholen. Dieser (gegenteilige) Effekt, zusammen mit der Stabilisierung des Frankens, führte dazu, dass sich die Importpreise, d.h. die Preise der importierten Güter, wieder zu erhöhen begannen. Aufgrund eines statistischen Effekts (dem sogenannten Basiseffekt, bei welchem bei der Berechnung der Jahresteuerung jeweils der «älteste» Monatswert rausfällt) fiel diese Beschleunigung sogar noch deutlich akzentuierter aus. Somit waren letztlich fast ausschliesslich höhere Energie- und Importpreise für den aktuellen Anstieg der Konsumentenpreise verantwortlich.

Kernteuerung nach wie vor stabil
Die Kernteuerung zeigt die Teuerungsentwicklung ohne Einbezug volatiler Komponenten wie den Energiepreisen oder Nahrungsmitteln an. Dieses konstantere Mass der Teuerungsberechnung liegt für die Schweiz aufgrund der vorherigen Schilderungen wenig überraschend unverändert im negativen Bereich. Die Teuerung steigt also nicht auf breiter Front und bei allen Ausgabenkategorien an. In Erwartung stabiler Energiepreise und eines unverändert festen Frankens erstaunt es letztlich somit auch nicht, dass die bedingte Inflationsprognose der Schweizerischen Nationalbank an der letzten geldpolitischen Lagebeurteilung vom März 2017 bei einem konstanten 3-Monats-Liborsatz davon ausgeht, dass die Teuerungsentwicklung in der Schweiz gemessen an der Jahresveränderung der Konsumentenpreise frühestens Mitte 2019 die 1-%-Marke nachhaltig erreichen wird. Wir müssen deswegen auch nicht von einem stetigen nachhaltigen Preisauftrieb in der Schweiz ausgehen.

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