Lieber auf den Vortritt als auf das Leben verzichten

Die Anzahl der schwerverletzten und tödlich verunfallten Motorradfahrenden ging im letzten Jahr gegenüber 2015 stark zurück.

Architekt Peter Stocker in seinem Traumhaus in Frick, dahinter die von ihm entwickelte Frickberg-Überbauung.
Architekt Peter Stocker in seinem Traumhaus in Frick, dahinter die von ihm entwickelte Frickberg-Überbauung.

Diese Tendenz ist erfreulich, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Risiko einer schweren oder tödlichen Verletzung bei einem Motorradunfall 50-mal höher ist als bei einem PW-Unfall. Die bfu (Beratungsstelle für Unfallverhütung) und die FMS (Föderation der Motorradfahrer Schweiz) engagieren sich mit ihrer Kampagne «Stayin‘ Alive» weiter dafür, dass die Unfallzahlen der Motorradfahrenden gesenkt werden können.
Im Jahr 2016 haben 43 Motorradfahrende auf Schweizer Strassen ihr Leben verloren. Rund 1000 weitere wurden schwer verletzt. Auch wenn dies einer Verringerung gegenüber dem Vorjahr um 35 % bei den Getöteten und 9 % bei den Schwerverletzten entspricht, machen Motorradfahrende im Gesamtunfallgeschehen über ein Viertel der Schwerverletzten und Getöteten aus. Eine Analyse der bfu zeigt zudem, dass das Risiko einer schweren oder tödlichen Verletzung bei einem Unfall mit einem Motorrad 50-mal höher ist als mit einem Personenwagen.

ABS für Motorräder ab 125 cm3
Angepasste Strasseninfrastruktur und Fahrassistenzsysteme können die Sicherheit von Motorradfahrenden erhöhen. Seit dem 15. Januar 2017 ist beispielsweise ABS für alle neuen Motorräder mit mehr als 125 cm3 Hubraum obligatorisch. Die bfu empfiehlt, auch beim Kauf von älteren Modellen darauf zu achten, dass sie über ABS verfügen, da dieses den Bremsweg verkürzen kann und das Sturzrisiko verringert.

«Stayin’ Alive»
Die bfu und die FMS führen ihre Kampagne «Stayin’ Alive» mit der finanziellen Unterstützung des Fonds für Verkehrssicherheit fort. Dadurch sollen Motorradfahrende sensibilisiert werden, zur eigenen Sicherheit mögliche Fehler anderer Verkehrs­teilnehmender vorauszusehen. Eine Studie der bfu zeigt nämlich, dass Motorradfahrende bei einer Kollision nur in einem Drittel der Fälle Unfallverursacher sind. Sie können sich also mit einem defensiven Fahrstil nach dem Motto «Verzichte auf Vortritt statt aufs Leben» selber schützen.
(Quelle: www.bfu.ch)