Geschichte und Kulinarik im «Bären» Bözen

Er sei nervös wie vor einer Theateraufführung, bekannte der Bözer Bären-Wirt Hans Kistler bei der Eröffnung des ersten kulinarischen Geschichtsabends, aber «mer nähmed eis mitenand, dänn chunnts guet». Und so kam es auch.

Die achte Generation Kistler feiert  500 Jahre «Bären» Bözen: (sitzend Wirt Hans Kistler, Schwester Annemarie Berner-Kistler und Sohn Sven Kistler; hinten: Lars Kistler, Urs Frei und Wirtin Getty Kistler.
Die achte Generation Kistler feiert 500 Jahre «Bären» Bözen: (sitzend Wirt Hans Kistler, Schwester Annemarie Berner-Kistler und Sohn Sven Kistler; hinten: Lars Kistler, Urs Frei und Wirtin Getty Kistler.

Der Hauptdarsteller in diesem historischen Theater im Bözer «Bären» war Lokalhistoriker Urs Frei, der die 500-jährige Geschichte des Gasthauses in die geschichtlichen Ereignisse einzubetten wusste, Bözen sei bereits 1284 urkundlich erwähnt, und der Name Kistler findet sich schon 1490 im Zinsbuch des Klosters Königsfelden.

Kleines Museum
Hauptdarstellerin war Annemarie Berner-Kistler, Schwester von Hans Kistler, die zusammen mit ihrem Neffen Sven Kistler die wechselvolle acht Generationen lange Familiengeschichte frisch von der Leber weg erzählend und vorlesend selbst aufrollte; ein kleines Museum mit Stammbaum, frühen Fotografien und Erinnerungsstücken, zeugt heute noch davon.

Metzgete weitherum ein Begriff
Die wechselnden Lesungen waren immer wieder von Gängen eines Mehrgangmenüs lustvoll unterbrochen. Denn der «Bären» ist weitherum ein Begriff für ausgezeichnete Küche. So gibt es die unvergleichliche Metzgete, hausgemacht, Blut- und Leberwurst, Kesselifleisch, Koteletts und Rauchwürste, dazu Rösti, Sauerkraut und Apfelschnitze.
Zum «Bären» gehörten Landwirtschaft, Weinbau und Fuhrhalterei. Heute noch backt Hans Kistler sein Bauernbrot im 200 Jahre alten Kachelofen. Noch im 19. Jahrhundert gab es nur einen einzigen Wasserhahn. Im Jahre 1932 stürzte der Tanzboden hinter der Küche beim traditionellen Sausertanz teilweise ein, und einige Tanzpaare landeten im Keller auf einem Haufen «Runggle»; auf der Stelle wurde das Loch mit ein paar Brettern eingedeckt und zugenagelt –das Tanzvergnügen ging bis zum Morgen weiter. Was für alle acht Generationen gilt: Was an Geld hereinkam, wurde umgehend für Umbauten wieder investiert, der «Bären» sei immer ein «Durchlauferhitzer» gewesen, so Hans Kistler. 

 

Historisch-kulinarische Abende im «Bären»
Die Wirtefamilie Hans Kistler führt im Rahmen von 500 Jahre Bären Bözen nochmals zwei historisch-kulinarische Abende durch. Sie finden statt am Freitag, 6. Oktober, und am Freitag, 8. Dezember, jeweils ab 19 Uhr. Zum Hauptgang gibt es Aargauer Braten mit Kartoffelstock. Die Anmeldung ist unumgänglich.  Ab 8. Dezember ist die von Sabine Basler gestaltete Chronik druckfrisch erhältlich.