Walter Schwarz aus Frick ist Fahnenschwingen-Schweizermeister

Walter Schwarz aus Frick ist am Ziel seiner Träume angelangt, was das Fahnenschwingen anbelangt. Er wurde am «Eidgenössischen» in Thun zum besten Schweizer Fahnenschwinger 2017 gekürt und dafür mit dem eidgenössischen Wanderpreis geehrt.

Walter Schwarz in Frick (auf dem Titelbild beim Üben eines Hochschwungs) mit dem begehrten eidgenössischen Wanderpreis.
Walter Schwarz in Frick (auf dem Titelbild beim Üben eines Hochschwungs) mit dem begehrten eidgenössischen Wanderpreis.

«Es ist die Krönung für meine Bemühungen, die nicht mehr zu toppen ist», wie Walter Schwarz dorfaktuell sagte. Der Blick hinter die Kulissen dieses Folkloresports belegt den enormen Willen und Ehrgeiz, den der 54-Jährige für das Erreichen dieses Zieles aufbringen musste.

Namen von Bergen abgeleitet
Vorab gilt es die besondere Eignung für den Umgang mit der flatternden Fahne, das eigene Talent, zu erkennen und sich das Ausführen der rund fünfzig verschiedenen eigens benannten Einzelschwünge und der rund neunzig namentlich benannten Kombinationsfiguren anzueignen. Die Schwünge tragen zumeist von Bergen abgeleitete Namen wie Pilatusstich, Rigihoch oder Oberländerstich, welche zu den Hochschwüngen (dreifache Mannhöhe) gehören und die höchsten Schwierigkeitsgrade aufweisen.

Jeden Schwung links und rechts
Eine Wettkampfübung dauert drei Minuten lang und sollte auch Mittelschwünge und flach drehende Schwungelemente beinhalten. Was das Fahnenschwingen jedoch zur echten Herausforderung macht, ist die Pflicht, jeden Schwung einmal mit der linken und einmal mit der rechten Hand auszuführen, aber keinen in derselben Übung zu wiederholen. Der erste Juror beurteilt den Stand im markierten Kreis und Streiferli am Boden (solche geben Abzug), der zweite den Körper und die Luft (Streiferli am Körper und Stoffgriffe geben Abzug), der dritte die Schwünge und der vierte als Juryobmann den Stil.
Walter Schwarz stellt wie alle Fahnenschwinger seine Wettkampfübung mit etwa 15 Schwüngen selber zusammen. Er ist selber Juror und Kursleiter in Liestal und Wildegg-Möriken.

Enormer Übungsaufwand
Der Übungsaufwand ist enorm, vergleichbar mit jenem von Spitzensportlern. «Ich trainiere zweimal die Woche in der Halle, vor Wettbewerben täglich zuhause im Garten», verriet der Alu-Bauer und frühere Bauamtsmitarbeiter, «auf das Fahnenschwingen kam ich durch Bruder Christian und hatte schon 1983 den ersten Auftritt an meinem ersten Jodlerfest.»
Bis heute hat der gelernte Landwirt zehn Mal den Wanderpreis des Nordwestschweizer Verbandes gewonnen, belegte dort weitere elf Mal den zweiten Platz und hatte sich insgesamt zwanzig Mal für die Schweizermeisterschaft qualifiziert. Und bereits bereitet er sich mental für die Titelverteidigung 2018 vor…
Dominik Senn