Ich habe Divertikel: Wie gefährlich sind diese?

Schwierigkeiten mit dem Stuhlgang – leide ich an Divertikeln oder Ausstülpungen der Dickdarm-Schleimhaut? Ist dies gefährlich? Braucht es eine Darmspiegelung oder gar eine Operation? Solche Fragen werden uns irgendwann einmal alle beschäftigen, denn die Häufigkeit von Divertikeln nimmt mit dem Alter zu.

Oft werden Divertikel zum Thema im mittleren Alter, wenn es zur Veränderung der Stuhlgewohnheit kommt und chronische oder akute Bauchschmerzen auftreten. Grundsätzlich wird ab 50 Jahren eine Darmspiegelung empfohlen. Dabei wird der Dickdarm von innen mit einem schlauchartigen Instrument mit Videokamera untersucht und auf einem Bildschirm sichtbar gemacht. Die Untersuchung ist in der Regel unkompliziert und einfach.
Hauptfunktion des Dickdarms ist, den Stuhl weiter zu transportieren und einzudicken. Am Übergang zum Mastdarm muss eine enge Stelle überwunden werden. Dadurch entsteht im Enddickdarm ein konstant hoher Druck auf die Darmwand, was zur Bildung der Divertikel führt, also Ausstülpungen der Darmschleimhaut.
Betroffen sind in der Regel alle Menschen. Besteht eine Bindegewebsschwäche, treten Divertikel in vermehrter Anzahl auf. Sie werden von faserarmer Ernährung begünstigt, was das Stuhlvolumen klein und die Konsistenz hart macht. Aufgrund dessen entwickelt sich in der Darmwand ein hoher Druck, was zu vermehrter Divertikelbildung führt.
Divertikel sind in der Regel nicht gefährlich. Sie können sich allerdings entzünden. Wird dies nicht rechtzeitig behandelt, kann es zum Ausbruch mit Eiterbildung kommen, schlimmstenfalls zu Bauchfell­entzündung, gegebenenfalls gar zu Blutvergiftung. Dann ist oft eine Notfall-Operation notwendig.
Eine unkomplizierte Divertikulitis kann mit Antibiotika behandelt werden. Bei wiederkehrenden Schüben verkürzen sich jedoch oft die Zeitabstände. Mit den Jahren kommt es zu einer narbigen Verengung des Darmes mit dadurch bedingter chronischer Verstopfung. Eine Operation wird empfohlen, wenn die wiederkehrenden Schübe die Lebensqualität einschränken. Zum Beispiel wenn Patienten auf Ferien im Ausland verzichten – aus Angst vor einem schweren Divertikulitis-Schub.