Die häufigsten Fehler beim Anlegen

Anleger handeln nicht immer rational. Sie haben gewisse Neigungen (engl. Biases), werden also von Gefühlen und Vorlieben gelenkt. Einige davon werden nachfolgend kurz dargestellt.

Verlustaversion: Ökonom Richard Thaler konnte mit Experimenten zeigen, dass Individuen Gütern, die sie besitzen, einen höheren Wert beimessen als solchen, die sie nicht besitzen. Wer Aktienkurse tagtäglich verfolgt, wird an vielen Tagen Verluste beobachten. Wer seltener die Aktienkurse verfolgt, nimmt diese Verluste weniger stark wahr. Studien zeigen, dass langfristige Investoren – also solche, welche sich nicht von täglichen Schwankungen leiten lassen – höhere Erträge erzielen, da sie sich weniger von nicht realisierten Verlusten abschrecken lassen.

Herdenverhalten
Menschen sind soziale Wesen, und wir fühlen wir uns wohler, wenn alle anderen ähnlich denken wie wir. Aktien dann zu verkaufen, wenn der Markt eingebrochen ist, fühlt sich richtig an, weil die meisten genau dies tun. Es ist emotional schwieriger in einer solchen Situation gegen den Strom zu schwimmen und an den Aktien festzuhalten.

Ungeduld
Oft wird der ursprünglich festgelegte Zeithorizont nicht eingehalten, sei es erstens um Gewinne vorzeitig zu realisieren, zweitens weil die Performance der Anlage nicht den Erwartungen entspricht oder drittens man auf vermeintlich attraktivere Anlagealternativen gestossen ist. Die Ungeduld kann also dazu führen, dass das Renditepotenzial nicht vollständig ausgeschöpft wird und/oder zusätzliche Transaktionskosten anfallen.
Dispositionseffekt
Nicht nur in zeitlicher Hinsicht, sondern auch in Bezug auf die Performance stellt man eine mangelnde Disziplin des Anlegers fest. Man setzt sich Gewinn- und Verlustgrenzen – und hält sich trotzdem nicht daran. Vor allem Privatanleger neigen einerseits dazu, an verlustreichen Investments zu lange festzuhalten und andererseits Gewinne zu früh zu realisieren.

Selektive Wahrnehmung
Neue Informationen werden oft nur dann aufgenommen, wenn sie den eigenen Vorstellungen und Meinungen entsprechen. Dazu im Widerspruch stehende Meinungen werden ignoriert. Dies führt wenig überraschend zu einer markanten Abweichung zu einem rational handelnden Investor, welcher sämtliche Informationen in seine Entscheidungsfindung miteinbezieht.

Wie können solche Fehler vermieden werden?
Ein disziplinierter Investor hat ein Konzept. Er weiss, welche Risiken er eingeht und wo welche Kosten anfallen. Er hält sich an die ursprünglich festgelegte, langfristig gültige Investitionsstrategie, welche auf seine Risikofähigkeit und sein Liquiditätsbedürfnis zugeschnitten ist. Gerne unterstützt Sie die AKB in einer solchen disziplinierten Vorgehensweise. Unsere Beraterinnen oder Berater geben Ihnen gerne Auskunft.

Siehe auch unter: www.akb.ch/pm

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