Wald- und Forstbetriebs-Verjüngung

Wie der Wald selbst, wird auch der Forstbetrieb Thiersteinberg verjüngt: Förster Philipp Küng löst Stefan Landolt ab.

Die Förster Philipp Küng und Stefan Landolt des Forstbetriebs Thiersteinberg, im Hintergrund Frick. Dominik Senn
Die Förster Philipp Küng und Stefan Landolt des Forstbetriebs Thiersteinberg, im Hintergrund Frick. Dominik Senn

38 Jahre lang hat Förster Stefan Landolt den Forstbetrieb Thiersteinberg von Gipf-Oberfrick aus aufgebaut und geführt. Ende Februar gibt er infolge Pensionierung die Leitung definitiv Philipp Küng aus Wittnau ab.

Revierfläche verzehnfacht
Am 1. Oktober 1979 trat Landolt die Försterstelle mit 228 ha Wald in Gipf-Oberfrick und dem Kirchenwald Frick/Gipf-Oberfrick an. Zwei Jahre später kamen weiter 108 ha Staatswald in Gipf-Oberfrick dazu, 1997 nochmals 263 ha der Ortsbürgergemeinde Wittnau und 220 ha Staatswald in Wittnau, 2002 deren 134 ha an den dort angrenzenden Wegenstetter Wald, 2009 das komplette Revier des Fricker Försters Othmar Mösch mit 208 ha von Frick, 103 ha von Eiken, 36 ha von Sisseln und 10 ha von Münchwilen und Stein sowie 2010/11 deren 51 ha von Oeschgen: 1996 Hektaren insgesamt, also eine Verzehnfachung der ursprünglichen Revierfläche, davon rund 232 ha Wald mit langjährigen Nutzungsverzichtsverträgen und 612 ha Privatwaldungen in allen neun Partnergemeinden.

«Vom Brennholz zum Sägeholz»
«Es gab anfänglich nur wenige grosse Bäume. Wir hatten auch noch keine Motorsäge. Dafür hatte damals noch praktisch jede Gemeinde eine Sägerei», blickt Landolt zurück. Stetig habe er in seinen Försterjahren die Kehrtwendung vom Brennholz weg zum Sägeholz vollzogen, die wichtigste und grösste Veränderung im ganzen Forst. Heute gebe es im ganzen Forstreviergebiet viele dickstämmige Bäume, hingegen nur noch zwei Gemeinde-Sägereien. Denn das Sägeholz wandere direkt ab Wald in die Möbel- und Bauindustrie, das Industrieholz wird zu Hackschnitzel verarbeitet. «Wir verhandeln beispielsweise mit den zukünftigen Betreibern des Holzheizkraftwerks Sisslerfeld», sagt Landolt.

Digitalisierung vorantreiben
Der 27-jährige Küng, Sohn des Wittnauer Gemeindeleiters Christoph Küng, absolvierte die Forstwartlehre bei Landolt, die interkantonale Försterschule in Lyss BE und arbeitete die vergangenen vier Jahre als Förster und stellvertretender Betriebsleiter im Forstbetrieb Unterer Hauenstein in Trimbach SO, der noch über 200 ha grösser ist als der Forstbetrieb Thiersteinberg. Mit ihm hält die Digitalisierung vollends Einzug, die quantitative und qualitative Erfassung der Bestände oder die Ortung der Schläge mittels GPS durch die Transportfirmen. Jedoch die Bewirtschaftung bleibe sich gleich in Richtung Förderung von spezifischen Baumarten, Mischregulierung und Stufung im Wald.

«Dauerwald»
Das Ziel sei, einen «Dauerwald» zu schaffen, Mischwald mit möglichst grosser Artenvielfalt, allen Entwicklungsstufen und mit Holznutzung, so Küng. Denn Pflanzungen seien zu kostspielig, finanziell vorteilhafter sei die Verjüngung des Waldbestandes in sich selber. Denn seit Lothar 1999 reihenweise Bäume niedergefegt habe, lägen auch die Holzpreise am Boden. Immerhin liegt der Umsatz des Forstbetriebes mit insgesamt 15 Mitarbeitern bei rund 1.8 Millionen Franken.

Dominik Senn