Ergänzungsleistungen zur AHV und verschenktes Vermögen

Eine günstige Übergabe des Eigenheimes an die Nachkommen oder Erbvorbezüge können im Alter, vor allem bei Heimaufenthalten, zu finanziellen Schwierigkeiten führen.

Die Ergänzungsleistung zur AHV sind klar und streng, wenn es um Vermögensverzicht geht. Häufig ist den Betroffenen zum Zeitpunkt des Verzichtes nicht bewusst, dass dieser später zu finanziellen Engpässen führen kann. Gerne erläutere ich dies an einem fiktiven Beispiel.

Die Eheleute Z. besitzen ein Eigenheim, in dem sie gerne so lange wie möglich wohnen möchten. Gleichzeitig sind sie sich bewusst, dass das Alter nicht nur planbar ist und plötzlich gesundheitliche Probleme eintreten können. Sie wollen deshalb ihre finanziellen Angelegenheiten regeln, damit ihre Kinder später möglichst wenig Sorgen und Schwierigkeiten haben und sie selber von der Verantwortung für das Haus entlastet sind. Steuerlich ist die Liegenschaft wie folgt geschätzt: Steuerwert bei Eigennutzung CHF 185'000.–, steuerlicher Verkehrswert CHF 220'000.–. Nach Gesprächen in der ganzen Familie überschreiben sie die Liegenschaft der ältesten Tochter etwas unter dem Steuerwert für CHF 180'000.–. Den anderen beiden Kindern schenken sie je CHF 20'000.– im Sinne eines Erbvorbezuges.
Kurze Zeit später erleidet Frau Z. einen Schlaganfall, von dem sie sich nicht mehr ganz erholt und im Altersheim gepflegt werden muss, während ihr Ehemann zu Hause bleiben kann. Da die Kosten die normalen Einnahmen des Ehepaares überstiegen, werden die Ergänzungsleistungen beantragt. Und damit kommt die Ernüchterung: Die EL berechnen die Differenz zwischen dem steuerlichen Verkehrswert (CHF 220'000.–) und dem Verkaufspreis (CHF 180'000.–) als Vermögensverzicht und rechnen diese CHF 40'000.– plus die CHF 40'000.–Erbvorbezüge, also total CHF 80'000.- zu dem effektiv vorhandenen Vermögen des Ehepaares dazu.
Vom Vermögen wird bei Ehepaaren pro Jahr 1/10 als Vermögensverzehr gerechnet, d.h. aus dem verschenkten Vermögen werden pro Jahr CHF 8'000.– zu den Einnahmen gezählt, was zu einer deutlichen Finanzierungslücke führt.
Verschenktes Vermögen wird bei der Ergänzungsleistung um CHF 10'000.– pro Jahr abgeschrieben, d.h. nach 9 Jahren wird Ehepaar Z. kein Vermögensverzicht mehr angerechnet.
Sofern genügend Eigenmittel vorhanden sind, um die Finanzierungslücken decken zu können, sind Schenkungen und Erbvorbezüge kein Problem, aber es empfiehlt sich, sie vorgängig umsichtig abzuklären.

Eva Schütz
Stellenleiterin Pro Senectute Aargau,
Beratungsstelle Bezirk Laufenburg,
Tel. 062 871 37 14,
www.ag.prosenectute.ch