Der Lenz lässt grüssen

«Winter Ade! Scheiden tut weh!...», singen sicherlich nicht die Allergiker. Betroffene wissen wovon hier gesprochen wird. Sobald die Winterzeit vorbei ist, geht es von neuem los. Die Nase läuft, die Augen brennen und manchmal juckt es am ganzen Körper.

Bei Allergikern treffen allergieauslösende Stoffe (so z. B. Pollen) über die Schleimhäute auf das Immunsystem. Dieses aktiviert ein Sonderkommando gegen die eigentlich harmlosen Fremdstoffe. Bei erneutem Kontakt reagiert der Körper nun mit der Ausschüttung von Histamin und Entzündungsstoffen. Dies führt zur Erweiterung der Blutgefässe und zum Austritt von Flüssigkeit ins Gewebe, womit Rötungen und Schwellungen verursacht werden. Am Beispiel der Pollen entstehen so Fliessschnupfen, verstopfte Nase, Niessattacken, Juckreiz sowie gerötete, juckende und brennende Augen. Andere allergische Reaktionen können auch die Haut betreffen, so entwickeln sich Ekzeme nach dem Kontakt mit bestimmten Pflanzenarten.

Behandlung – Schulmedizin & Komplementärmedizin
Hilfreich ist die Nutzung von Pollenflugprognosen zur Gestaltung der Freizeitaktivitäten. Bei akuten Beschwerden lindern Antihistaminika in Form von Nasensprays, Augentropfen sowie Tabletten diese rasch. Falls bereits Antidepressiva oder Medikamente gegen Prostatahyperplasie und Engwinkelglaukom eingenommen werden, sind Alternativen abzuklären. Ergänzend eingesetzt werden können auch Heilmittel der Komplementärmedizin (z.B. Similasan, Spagyros, Schüssler Salze oder pflanzliche Arzneien). Ein frühzeitiges Eingreifen ist dabei äusserst wichtig, denn auch eine Allergie kann mit der Zeit schlimmer werden. Sie kann sich gar in Form eines allergischen Asthmas in tiefere Körperregionen ausbreiten.


Unterstützende Massnahmen
Das Meiden der Allergene ist die zentrale Massnahme. So können neben Pollenflugprognosen auch strikte Trennungen zwischen Aussen- und Innenbereich (pollenbelastet vs. pollenfrei) hilfreich sein. Dieses Vorgehen kann sowohl Kleidung, Tagesdecken oder Pollengitter als auch das abendliche Auswaschen der Haare betreffen. Ein einfaches Mittel ist auch das tägliche Spülen von Nase und Augen mit physiologischer Kochsalzlösung.

Spezialfall: Sonnenallergie
Eine Spezialform ist die sogenannte Sonnenallergie. Dabei handelt es sich um eine Reaktion der Haut auf erhöhte Sonnenbestrahlung, zum Beispiel während der ersten Frühlingstage. Sie äussert sich meist durch ein Auftreten von starkem Juckreiz und Bläschenbildung innert Stunden bis Tagen.
Zur Therapie der Sonnenallergie können auch Antihistaminika eingesetzt werden. In leichten Fällen reicht eine Behandlung mit Gelen oder Crèmes aus.
Calcium kann allergische Reaktionen abschwächen und wirkt insbesondere positiv bei Sonnenallergie. Nehmen Sie 2 bis 3 Wochen vor und während der Exposition täglich ein Calciumpräparat ein. Weitere Tipps und Tricks verraten wir Ihnen gerne bei einem persönlichen Gespräch in unserer Apotheke.


Melanie Stern, eidg. dipl. Apothekerin
Olivier Kreis, eidg. dipl. Apotheker,
Hans-Ulrich Rufer, eidg. dipl. Apotheker,
Löwen-Apotheke-Frick AG