Leben mit Teenagern – Halt! Pubertät!

Wenn Jugendliche in der Pubertät angekommen sind, gibt es kein Halten mehr. Und doch werden Halt und Sicherheit wichtiger denn je in den Sturm- und Drangjahren. So wird die Zeit der Pubertät auch genannt.

Den grössten Halt geben Eltern, wenn sie den Jugendlichen nicht festhalten, sondern ihn aufbrechen und eigene Erfahrungen machen lassen. Halt geben bedeutet nicht Kontrolle, sondern Interesse am Mensch sein. Wer (noch) nicht ist, was er sein möchte, braucht Menschen, die sich für ihn interessieren, ohne einzuengen und zu kritisieren. Das fordert von den Eltern viel Vertrauen und stärkt den Jugendlichen für das Abenteuer Pubertät.
Da tut Rückerinnerung an die eigene Pubertät gut. Eltern können den Erfahrungsschatz nutzen, um zu verstehen, wie wichtig(er) jetzt Freunde sind. Welche Freiheiten hat man als Jugendlicher/Jugendliche geschätzt und ausleben dürfen? Welche Fehler hat man dabei machen können und was hat man dadurch gelernt?  Und was zeichnete die Menschen aus, die damals aus der Patsche geholfen haben?
Jugendliche haben Bedürfnisse nach Autonomie, Freiheit, Zusammengehörigkeit, Sicherheit und Anerkennung. Fühlt sich der Jugendliche in der Erfüllung dieser Grundbedürfnisse jedoch verunsichert (glaubt er, nicht richtig dazugehören zu können, nicht ernst genommen zu werden oder dass seine Fähigkeiten nicht den Anforderungen entsprechen) beginnt er meist, um Anerkennung, Beachtung und Respekt zu kämpfen. Dabei wählt er oftmals auf den ersten Blick für Eltern unverständliche Verhaltensweisen, die z.T. auch nicht zu akzeptieren sind. Die Verhaltensweisen sind als «Hilferufe» zu verstehen. Der Jugendliche ist gerade dann darauf angewiesen, dass Erwachsene seine Not verstehen und ihm helfen, sich auf angemessene Weise dazugehörig und anerkannt zu fühlen. Die Beziehung zu den Eltern bleibt dabei ein wichtiges Fundament für die Entwicklung des Jugendlichen.
Über Medien und Peergroups erfüllen sich Jugendliche das Bedürfnis nach Kontakt. Auch wenn sich im Miteinander viel verändert, ist es bedeutsam, mit dem Jugendlichen in Kontakt zu bleiben. Die Verantwortung dafür liegt jetzt erst recht bei den Eltern. Dies ist sicherlich schwieriger geworden; denn Begegnungen, gemeinsame Unternehmungen und Aktionen mit dem Jugendlichen sind mehr denn je situationsabhängig, kaum planbar. Eltern sollen dem Jugendlichen immer wieder Angebote machen, und damit rechnen, dass der Jugendliche diese nicht annimmt. Umso weniger der Jugendliche sich gezwungen sieht, desto leichter fällt es ihm darauf einzugehen.

Hinweis
Eltern halten viel aus beim Halt Geben. Sich mit Eltern auszutauschen und Wissen zu Erziehung und Entwicklung zu erweitern,  ist hilfreich, um die Sturmzeit Pubertät gelassen statt krampfartig zu gestalten. Zusammengehörigkeit gibt auch Eltern Halt.

Aktuell biete ich einen Workshop dazu an:
Samstag, 26. Mai 2018, 09.30 bis 13.00 Uhr, in Laufenburg, mit Anmeldung