Notfälle bei Kaninchen und Nagern

Nagetiere und Kaninchen sind klein, niedlich und oft günstig in der Anschaffung.  Man bedenke aber, dass sie bei falscher Haltung und Fütterung rasch krank werden. Jeder zukünftige Halter sollte sich darum vor dem Kauf gut informieren, ob er diesen Aufwand bewältigen kann.

Atemnot: Atemnot tritt  bei Erkrankungen der Atemwege, wie z.B. dem ansteckenden Kaninchenschnupfenkomplex, auf. Aber auch bei Blähungen, Herzerkrankungen oder Hitzschlag kommt Atemnot vor. Bemühen Sie sich möglichst rasch um einen Tierarztbesuch. Wichtig dabei ist, dass Sie beim Kaninchen die Nase immer von Verklebungen/Krusten frei halten. Diese Tiere sind obligatorische Nasenatmer und können nicht durchs Maul atmen.
Appetitlosigkeit: Kaninchen und Nager sollten den ganzen Tag fressen können, und zwar vor allem Heu. Eine Reduktion der Futteraufnahme oder sogar Verweigerung ist ein Alarmzeichen. Wenn sonst keine weiteren Symptome auftreten, sollten diese Tiere innert Tagesfrist vorgestellt werden.
Geblähter Bauch: Das ist ein akuter Notfall. Dabei ist der Bauch des Tieres oft straff gespannt und man kann die Bauchdecke nicht mit den Händen zusammendrücken. Der gesamte Bauch kann aufgebläht sein (Trommelsucht), oder er kann sich nur bis hinter den Rippenbogen vorwölben (meist Magenüberladung). Diese Tiere können am Morgen noch normal fressen und sitzen dann plötzlich ruhig in einer Ecke. Der Besuch beim Tierarzt sollte hier möglichst rasch organisiert werden.  
Roter Urin: Rotgefärbter Urin muss nicht immer krankhaft sein. Wenn die Nager Löwenzahn, Petersilie oder Fertigfuttermischung mit Farbstoff essen, kann sich der Harn rot verfärben. Solange das Tier Harn absetzen kann, ist dies kein Notfall.  Diese Nager sollten aber, wenn der Bauch immer nass ist, nächstens dem Tierarzt vorgestellt werden.
Geburtsstörungen: Als Symptome häufig zu beobachten sind Pressen, Blut aus der Scheide und leichte bis mittelgradige Apathie. Geburtsstörungen treten bei Meerschweinchen und Kaninchen häufig auf, wenn sie erst im Alter von 10 bis 12 Monaten gedeckt werden. Die Schambeinfuge verknöchert bei Meerschweinchen mit 9 Monaten und bei Kaninchen mit 10 bis 11 Monaten. Dann kann sich der Geburtskanal nicht mehr genug öffnen und der Nachwuchs bleibt stecken. Umgehende Hilfe ist angezeigt.
Knochenbrüche / Hinken: Sind bei Kaninchen und anderen Nagetieren recht häufig, wenn sie den Besitzern aus den Händen fallen oder beim Flüchten irgendwo hängen bleiben. Wichtig ist darum das korrekte, beidhändige Festhalten der Nager. Diese Tiere sollten innert Tagesfrist dem Tierarzt vorgestellt werden.
Durchfall: Durchfall bei Kaninchen und Nagern kommt oft vor. Wenn er länger als einen Tag dauert, ist ein Tierarzt aufzusuchen. Die Tiere sollten in den ersten 24 Stunden nur Heu/getrocknete Kräuter und Wasser als Nahrung bekommen. Bleibt der Hinterteil kotverschmiert, sollten Sie den Kot auswaschen, damit es keine wunden Stellen gibt. In der warmen Jahreszeit werden sonst Fliegen angelockt. Diese legen Eier und die schlüpfenden Larven fressen sich in das Gewebe des Tieres.

Dies ist ein kurzer Leitfaden für die häufigsten Notfallsymptome bei Kaninchen und Nagetieren.
Bei nicht interpretierbaren Symptomen konsultieren Sie Ihren Tierarzt.