Vom Kapuzinerkloster zum GZF

Mit 10 Mitarbeitenden ist das heute von einer Existenzkrise geschüttelte Spital Laufenburg im ehemaligen Kapuzinerkloster 1905 gestartet. Heute ist es mit dem Spital Rheinfelden zum Gesundheitszentrum Fricktal GZF verschmolzen; dessen Personalbestand: rund 900.

Undatierter Stich des einstigen Kapuzinerklosters in Laufenburg; der Konvent ist 1805, noch vor der allgemeinen Klosteraufhebung 1841 im Aargau aufgelöst worden.
Undatierter Stich des einstigen Kapuzinerklosters in Laufenburg; der Konvent ist 1805, noch vor der allgemeinen Klosteraufhebung 1841 im Aargau aufgelöst worden.

Die Geschichte des GZF wurzelt im Kapuzinerkloster, das von Erzherzog Ferdinand im Jahre 1650 bewilligt wird; die Grundsteinlegung erfolgt 1652. Acht Jahre später übergibt der Basler Weihbischof Thomas Heinrich die Gebäulichkeiten an die Söhne des heiligen Franz. 1805 wird der Konvent mangels Nachwuchs und 1810 das Kloster selbst aufgelöst. Für 38000 Franken erwirbt die Kommission des Krankenpflegevereins Laufenburg 1904 die Liegenschaft, und ein Jahr später eröffnet der neue regionale Krankenhausverein einen Spitalbetrieb mit 16 Krankenbetten für Männer im Parterre und mit 16 Betten für Frauen im ersten Geschoss; der Personalbestand: 10.

Pflegedienst durch Ordensschwestern
Im Jahre 1936 wird ein zweigeschossiger Erweiterungsbau (Bau 36) in Betrieb genommen, inklusive Operationssaal, einer Zelle für Tobsüchtige und Strafgefangene sowie ein Refektorium für die Ordensschwestern der Franziskanerinnen vom Mutterhaus Gengenbach, die den Pflegedienst besorgen. Der Bettenbestand schnellt auf 135, inklusive 9 Kinderbetten, der Personalbestand auf 45. 1940 wird der ärztliche Dienst nach den Fachrichtungen Chirurgie und Medizin aufgeteilt. Weitere Erweiterungsbauten lassen den Bettenbestand auf 142 ansteigen.


1985 Abriss des Kapuzinerklosters
1969 wird der Bau 36 dreigeschossig erweitert. 1980 wird ein Spezialarzt für Frauenheilkunde als Belegsarzt eingestellt. Im Jahre 1981 bewilligt der Grosse Rat des Kantons Aargau den Baukredit über 40,5 Millionen Franken für den Neubau Bettenhaus und die Sanierung des bestehenden Akutspitals mit total 70 Krankenheimbetten und 107 Akutbetten; die Einweihung des Bettenhauses wird 1985 gefeiert. Die anschliessenden Sanierungsarbeiten am Akutspital werden begleitet vom Abbruch des Kapuzinerklosters – und des Baus 36, denn erhebliche Bauschäden kommen zum Vorschein. Ende 1986 ist die Geschützte Operationsstelle fertiggestellt. Der Grosse Rat bewilligt 3,6 Millionen Franken Zusatzkredit für einen Ersatzbau für 48 Akutbetten und eine neue Operationsabteilung.. Die Bauarbeiten werden 1988 abgeschlossen.

34 Akut-Betten in Laufenburg
Elf Jahre später, 1999, wird das Spital Laufenburg mit dem Spital Rheinfelden zum Gesundheitszentrum Fricktal GZF zusammengeschlossen. Der gemeinsame Personalbestand: rund 900. Dazu gehören nebst den Standorten Rheinfelden und Laufenburg mit ihren Akutspitälern und Pflegeheimen für Langzeit-, Kurzzeit- und Übergangspflege das Fachärztehaus in Frick, die Klinik Alta Aesthetica in Rheinfelden und Hausarztpraxen in der Region.
Das GZF betreibt in Laufenburg in den Bereichen Chirurgie und Medizin noch drei Dutzend Akut-Betten. 2004 Jahren waren es noch 43, der Rückgang ist auf die kürzere Verweildauer zurückzuführen. Dominik Senn