Pilotversuch der offenen Turnhalle für Jugendliche

Die Gemeinde Eiken hat für Erwachsene viele Freizeitaktivitäten zu bieten, jedoch fast keine für Jugendliche. Das soll sich mit dem Pilotversuch der offenen Turnhalle ändern.

Bubble-Soccer gehört zu den beliebtesten Freizeitangeboten für Jugendliche und ist für die Auftaktveranstaltung am 8. September in der Sporthalle Lindenboden angesagt.
Bubble-Soccer gehört zu den beliebtesten Freizeitangeboten für Jugendliche und ist für die Auftaktveranstaltung am 8. September in der Sporthalle Lindenboden angesagt.

Über zwei Dutzend Vereine zählt Eiken. Sie ermöglichen ihren Mitgliedern Sport, Freizeitbetätigung und Kultur. Was in der Gemeinde fehlt, ist ein offenes Angebot für Jugendliche. Diese müssen bislang auf die Jugendtreffs in Gipf-Oberfrick und Stein ausweichen. «Wir möchten jetzt vor Ort für unsere  Jugendlichen Angebote schaffen, damit sie im Dorf bleiben und sich dadurch verstärkt mit Eiken identifizieren», erklärte Gemeinderätin Sandra Adamek an einer Presseeinladung.

Durchdachte Angebote
Zusammen mit Gemeinderat Ingo Anders gelangte sie an den Verein für Kinder- und Jugendförderung (VJF), welcher die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen durch offene Kinder- und Jugendarbeit zu selbständigen und verantwortungsvollen Personen fördert und schwergewichtig im Aargau tätig ist. Wie der anwesende Co-Präsident Lukas Vogt ausführte, bietet der VJF nicht nur eine Fülle von durchdachten Angeboten offener Jugendarbeit, sondern weiss sie dank der Mithilfe von rund dreissig Fachleuten auch nachhaltig umzusetzen.

Konzept offene Turnhalle
Ein solches Angebot ist das vom VJF entwickelte Konzept der offenen Turnhalle, das in Eiken in einem Pilotversuch in der zweiten Jahreshälfte 2018 eingeführt werden soll, wie Sandra Adamek erläuterte. An vier Samstagabenden – 8. und 29. September, 20. Oktober und 10. November – steht die Turnhalle Lindenboden von 18 bis 21.30 Uhr den Jugendlichen  beider Geschlechter ab der fünften Primarstufe bis zur Oberstufe offen, wo sie sich zwanglos treffen können.

In eigener Gemeinde etwas bewirken
Operativer Leiter des Projekts offene Turnhalle Eiken ist Sozialpädagoge HF Aldo Solèr, als Leiter der Jugendarbeit Stein-Münchwilen in der regionalen Jugendszene gut bekannt: «In Stein sprechen mich oft Jugendliche aus Eiken an, die sich im eigenen Dorf auch einen solchen Jugendtreff wünschen. Das Bedürfnis ist da», so Aldo Solèr. Er ist der Meinung, es stehe einer Gemeinde gut an, für die Jugend ein solches Angebot zu schaffen: «Das bringt der Gemeinde immer etwas, wenn ihre Jugendlichen in aller Freiwilligkeit im eigenen Dorf etwas bewirken können.»

Sich Treffen und Unterhaltung
«Das Konzept besteht darin, einerseits ein Betätigungsangebot und andererseits das Umfeld für einen offenen Treffpunkt unter Freundinnen und Freunden zu schaffen», erklärte er. Die Jugendlichen treffen sich, suchen das Gespräch und/oder nutzen das Unterhaltungsangebot, das bereitgestellt wird. Das sind in jedem Fall eine Musikanlage samt Lichtspots, ein Tischfussball-Kasten, Sitzgelegenheiten, Kiosk-Angebote von Getränken und Snacks zu sackgeldfreundlichen Preisen, Sportmöglichkeiten usw. Die Wunsch-Beteiligungsgrösse liegt bei zwei Dutzend Jugendlichen.

Coaches gesucht
Für die Umsetzung sollen die Jugendlichen selbst eingebunden werden, so Aldo Solèr: «Jugendliche organisieren für Jugendliche, damit partizipieren alle auf Augenhöhe.» Für die Pilotveranstaltungen sucht er deshalb etwa vier Coaches, die vom Kiosk Betreiben über DJ bis zur Hallenaufsicht den abendlichen Event betreuen. Von den Coaches erwartet er, dass sie auch Ideen einbringen und ihre Verantwortung in Form der Auswertung und Berichterstattung gegenüber Gemeinde und VJF erbringen.
Für die Auftaktveranstaltung am 8. September organisiert Aldo Solèr ein Bubble-Soccer-Plauschturnier, welches bei Jugendlichen beliebt sei. Dabei gilt es für den Spieler einen aufblasbaren Ballon über den Oberkörper zu stülpen und derart rundumgeschützt Fussball zu spielen. Beim – gewollten – Anrempeln vollführen die Spieler spektakuläre Kapriolen.

Wie weiter?
Sinn und Zweck der offenen Turnhalle seien die Jugend von der Strasse weg zu bringen, mit ihrer Einbindung in die Organisation Verantwortung und Gemeinschaftsgefühl zu fördern, Konflikte bewältigen zu lernen und Spass zu haben, sind sich alle einig. Wie geht es nach der Pilotphase weiter? «Wir werden jedenfalls zuerst einmal die Ergebnisse und Erkenntnisse aus den vier Veranstaltungen abwarten und dann weitersehen. Ist das Bedürfnis weiterhin vorhanden, können wir uns vorstellen, die Leistungsvereinbarung mit dem VJF für 2019 weiterzuführen», sagte Sandra Adamek.

Dominik Senn