Work + Care – Angehörige betreuen und berufstätig bleiben

Angehörige betreuen kann zufrieden machen, die Beziehungen bereichern, aber auch belasten. Insbesondere die Vereinbarkeit mit der eigenen Berufstätigkeit stellt eine grosse Herausforderung dar; einige Gedanken zur Betreuen von älteren Angehörigen.

Gemäss Angaben des Bundesamtes für Statistik betreuten 2015 ca. 35% der ständigen Wohnbevölkerung Kinder oder Erwachsene. Das entspricht 1.9 Millionen Menschen, welche Zeit für Betreuungsarbeit zur Verfügung stellen, die meisten davon sind erwerbstätig. Meistens beginnen die sogenannten «Care»-Arbeiten bei den Eltern, den Nachbarn, Tanten oder Onkeln mit kleinen, normalen Hilfestellung im Alltag wie Einkaufen, Rasen mähen, Unterstützung in der Administration. Doch Schritt um Schritt nehmen die Aufgaben und damit die Belastung zu, gerade umgekehrt wie bei den Kindern. Auch anders ist die Tatsache, dass die älteren Menschen einen Rucksack voller Erfahrungen mit sich tragen, ihr Leben bisher selbständig gestaltet und eigenständige Entscheide getroffen haben. Sich hier einzumischen und immer stärker für die älteren Menschen zu bestimmen, ist nochmals ein hohe Hürde und äusserst anspruchsvoll. Deshalb lohnt es sich, mit den Angehörigen das Gespräch zu suchen und ihnen die Überlegungen mitzuteilen. Je nach Situation kann gemeinsam nach Lösungen gesucht werden. So kommen allenfalls auch die Erwartungen der älteren Angehörigen auf den Tisch. Unausgesprochene Erwartungen von beiden Seiten hemmen oder blockieren gute Lösungsfindungen.
Lohnenswert ist, sich vor einem Gespräch gut vorzubereiten und Informationen einzuholen. Einige Stichworte dazu: eigene Grenzen; Flexibilität am Arbeitsplatz; rechtliche Ansprüche als pflegende Angehörige; Notfallsituationen; Unterstützungsmöglichkeiten durch Dritte; Finanzielle Aspekte; Zukunftsszenarien und Vorsorgemöglichkeiten.
Am 30. Oktober findet ein nationaler Aktionstag für pflegende und betreuende Angehörige statt zum Thema «Hilfe annehmen ist eine Stärke». Von 9.30 bis 12 Uhr treffen Sie in Frick vor COOP und Migros auf Mitarbeitende des Entlastungsdienstes, des Schweizerischen Roten Kreuzes, der Pro Infirmis und der Pro Senectute. Nutzen Sie die Gelegenheit für erste Kontaktaufnahmen.

In eigener Sache
Die Pro Senectute Beratungsstelle Bezirk Laufenburg ist umgezogen und befindet sich ab sofort an der Widengasse 5 in Frick. Wir freuen uns, Sie in unseren grösseren und gut zugänglichen Räumen begrüssen zu dürfen.

Eva Schütz
Stellenleiterin Pro Senectute Aargau
Beratungsstelle Bezirk Laufenburg
Widengasse 5, 5070 Frick
Tel. 062 871 37 14
www.ag.prosenectute.ch